Fängt an mit dem Sucher: Lichtschacht ohne Schnittbildindikator aber mit ausklappbarer Lupe zum präziseren Scharfstellen. Im Vergleich zu anderen TLRs zwar etwas dunkel, aber riesiges Teil und ein echter Genuss hierdurch die Welt zu betrachten. Allerdings spiegelverkehrt, was die Wahl des Bildausschnitts zumindest am Anfang etwas ungelenk macht, da sich das Bild zwar bei einer Bewegung hoch und runter so verhält wie man es gewohnt ist, aber nicht seitwärts. Da ist rechts und links eben vertauscht und auch das Kippen ist genau umgekehrt. Herausfordernd für Leute wie mich, die entweder mit einer Sucherkamera, einer Spiegelreflex oder digital arbeiten.
Was ist noch außergewöhnlich? Das Scharfstellen: Kennen wir alle (bei Kameras des prä-digitalen Zeitalters) eigentlich nur drehend direkt am Objektiv. TLRs sind da anders. Hier gibt es entweder ein Drehrad an der Seite oder wie hier eine Wippe an Vorderseite, die nach links und rechts geschoben werden kann.
Was noch? Der Auslöser - so ein wenig jedenfalls, denn da gibt es auch bei anderen älteren Kameras Vertreter bei denen er nicht oben, sondern an der Vorderseite des Kameragehäuses sitzt.
Zu guter letzt dann noch die Aufnahmehaltung, denn man schaut schließlich nicht geradeaus, sondern nach unten. Macht Spaß!
Bei der Belichtung habe ich mir ein kleines automatisches Helferlein zur Hand genommen und es passte über die gesamte Rolle hinweg, auch wenn der Film schon 10 Jahre abgelaufen war. Also statt mit 400 dann wie mit 200 ISO belichten. Ich sag ja: Abenteuer...
An der Stelle ein Hinweis auf Nentwig Fotografie aus Mettmann, einem super freundlichen Fachgeschäft, in dem es sich trefflich über das Analogzeitalter diskutieren lässt und wo mein Film von heute auf morgen direkt vor Ort entwickelt wurde. Das Abenteuer selbst zu entwickeln bleibt also erst einmal auf meiner Bucket-List.
Was ist jetzt mit dem Motiv? Da gibt es doch sonst immer mehr oder weniger umfassende Gedanken zu. - Nun, ich finde mit Blick auf die Kamera Fahrräder recht passend. Die gibt es ähnlich lange (Karl von Drais, 1817) wie Fotoapparate (Joseph Nicéphore Niépce, 1826) und haben eine gleichermaßen technisierte und elektronifizierte Entwicklung durch. Dann passte der "altertümliche" Plastik-/Bakelit-Griff, die alte Klingel, die Birnchenlampe und irgendwie das gesamte 80er-Jahre Radl im Fahrradgemenge am Martinsplatz im wahrsten Sinne des Wortes genau ins Bild.
Anekdote zum Schluss: Bei der Aufnahme eines anderen Motivs - ich stand dabei zwischen geparkten Autos - sprach mich eine Dame an, ob ich vom Ordnungsamt wäre und was das für ein Ding da sei, was ich da in der Hand hielte.
Body und Objektiv | Flexaret VIMeopta 80mm F3.5-22 |
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Aufnahmedaten | ISO 20045mm (ff equiv.) |
Kompensation | +/- 0 EVkein Blitzkein Stativ |
Bildbearbeitung | Digitalisiert mit Canon EOS R und Novoflex Balgen sowie Novoflex 60mm F4 Objektiv, Nachbearbeitung: DxO Photolab 7 |
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